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Probleme beim TETRA Funk in Holland

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Monday, February 22nd 2010, 1:28pm

Probleme beim TETRA Funk in Holland

Also D-Star ist ja Hobbykram aber wie es scheint haben die Kommerziellen auch Ihre Probleme.

Bei uns in Bremen wird ja auch am TETRA Netz gearbeitet - warum aber die Stadtwerke (Energieversorger) nun auf 425 MHZ arbeitet, die Bundesbahn (Rail) auf 900Mhz und BOS nun auf 390 MHZ macht wenig Sinn. Wenn also ein Zug im Tunnel steckt, können Polizei, Eisenbahn und Stromversoger nur über das normale Handy - Netz arbeiten - Wie auch immer, folgender Beitrag ging mir per e-mail zu:



Aus dem Schleswig-Holstein-Rundspruch vom 15.02.2010





BOS-Digitalfunk - ein niederländischer Erfahrungsbericht (Teil 1)



Von deutschen Politikern als "leistungsfähiger, reichweitenstärker und betriebssicherer als der

bisherige Analogfunk" gelobt, wird der neue BOS-Digitalfunk gerne öffentlich präsentiert. Somit

eigentlich eine schöne Fassade - wenn es bei näherer Betrachtung nicht dahinter massiv bröckeln

würde. In den Niederlanden läuft das identische TETRA-Digitalfunksystem, was auch in Deutschland

kommen soll, seit mehreren Jahren - lt. jüngsten Berichten mit erheblichen Problemen. Ein ranghoher

niederländischer Feuerwehrmann sprach gegenüber dem Beitragsverfasser das aus, worüber es seit

längerem in unserem Nachbarland vorsichtig gesagt, stark brodelt: Ständige Überlastungen,

Systemzusammenbrüche, massive Reichweitenprobleme beim Digitalfunk - ein Ende ist nicht absehbar.

Hier kurzgefasst der Tatsachenbericht, wobei hier nur die wichtigsten Punkte genannt werden:



Das niederländische C-2000 Digitalfunksystem basiert auf der

TETRA-Technologie und hat den fast identischen Frequenzbereich (390-410

MHZ) und die identische Systemstruktur wie der beabsichtigte

BOS-TETRA-Digitalfunk in Deutschland (380-400 MHZ).



Auch bei der niederländischen Polizei herrscht hinter vorgehaltener Hand

erheblicher Unmut über das technisch mangelhafte Digitalfunksystem.



Als stellvertretende Beispiele für viele weitere Digitalfunkmängel bei

Einsätzen wurden im Nov. 2009 durch niederländische BOS-Funkteilnehmer



- Ein Flugzeugabsturz der Turkish-Airlines am 25.Febr. 2009 in Shipol.

Der anfallende Digitalfunkverkehr allein von rd. 40 Rettungswagen sorgte

für den Zusammenbruch des Systems. Als Folge waren die dort eingesetzten

Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste von jeglicher

Funkkommunikation abgeschnitten.



- Das Attentat auf die Königin in Apeldoorn am 30 April 2009, wobei der

Digitalfunkverkehr zwischen der Leitstelle und Polizei bzw.

Sicherheitsbeauftragten der Königin zusammenbrach



- Randalierende Hooligans während die Beachparty Sunset Grooves am 22

August 2009 in Hoek van Holland (über 30.000 Besucher), wobei Polizisten

in die Enge getrieben wurden, schossen, und keinen Notruf betätigen

konnten. Ursache: ein seit Jahren bekanntes Funkloch und zusätzlich noch

ein überlastetes Digitalfunknetz.



gegenüber der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments, sowie der

Kommission des Ministeriums für Inneres und Königreichsbeziehungen

geschildert. In allen drei Fällen war das Digitalfunknetz lt. deren

Aussagen hoffnungslos überlastet.



Die niederländischen politisch Verantwortlichen warben ungeachtet der

beschriebenen Mängel und daraus resultierender Folgen für das Vertrauen

in den Digitalfunk.



Deswegen werden betroffene Einsatzkräfte lt. bisher vorliegenden Infos

mit Sicherheit erneut bei niederländischen Politikern vorstellig.

Lt. dem niederländischen Parlament gibt es für den TETRA-Digitalfunk

jedoch weltweit bislang keinerlei Erfahrungen bei Katastrophenfällen und

Grosschadensereignissen.



Als direkte Folge der Digitalfunkmängel waren im Jahr 2008 bereits 3

tote Feuerwehrmänner zu beklagen. Diese wurden bei einer schlagartigen Brandausdehnung innerhalb

eines Gebäudes vom Feuer eingeschlossen und konnten wegen des mangelhaften Digitalfunks keine

dringend benötigte Unterstützung anfordern. Ähnliches steht für Deutschland bei

Digitalfunkeinführung zu befürchten.



Zumindest die niederländische Feuerwehr beabsichtigt deswegen wieder zum

Analogfunk zurückzuwechseln. U.a. wurden bei der Feuerwehr Drente bzw.

Utrecht die zuvor bestellten rd. 700 Analogfunkgeräte von Kenwood Anfang

2009 ausgeliefert. Weitere Feuerwehren wollen folgen.



Wohl wegen gravierender Datenübertragungsprobleme wird zumindest bei der

niederländischen Feuerwehr der Digitalfunk - noch - nur für Sprechfunk ohne Datenübertragung (z.B.

Übermittlung von Einsatzlageplänen, etc..) benutzt.





(Beitrag von Manuel DL5AFN)

DF5LR

Unregistered

2

Monday, February 22nd 2010, 3:16pm

Na Super !
Hauptsache es kostet ein paar Millionen Steuergelder !

Gruss Andy

DK6AO

Unregistered

3

Monday, February 22nd 2010, 3:28pm

Aus welchen Quellen zitiert DL5AFN?

Posts: 17

Occupation: Fernmeldehandwerker

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4

Monday, February 22nd 2010, 3:33pm

Probleme beim TETRA Funk in Holland

Ich bin selbst im Rettungsdienst. Da Funktionieren oft auch die Analogen Geräte nicht, weil kein Geld, keine Ahnung usw.
Es muß oft mein eigenes 2m benutzt werden.
Selbst die Feuerwehr sucht und kauft auch wieder Klappenschränke und Feldtelefone. Einige wissen warum.
Es lebe die Technik.

Eckhardt

DF3KV

Unregistered

5

Monday, February 22nd 2010, 3:35pm

RE: Probleme beim TETRA Funk in Holland



Bei uns in Bremen wird ja auch am TETRA Netz gearbeitet - warum aber die Stadtwerke (Energieversorger) nun auf 425 MHZ arbeitet, die Bundesbahn (Rail) auf 900Mhz und BOS nun auf 390 MHZ macht wenig Sinn. Wenn also ein Zug im Tunnel steckt, können Polizei, Eisenbahn und Stromversoger nur über das normale Handy - Netz arbeiten


Da schmeisst Du wohl einiges durcheinander.

TETRA arbeitet in DL im Bereich 380-395MHz.
Weder die Stadtwerke noch die Bahn benutzt demnach bei Euch TETRA.

Und warum nur Handys benutzt werden können wenn ein Zug im Tunnel steckt bleibt mir völlig verborgen.

DK6AO

Unregistered

6

Monday, February 22nd 2010, 3:45pm

Ich bin selbst im Rettungsdienst. Da Funktionieren oft auch die Analogen Geräte nicht, weil kein Geld, keine Ahnung usw.
Es muß oft mein eigenes 2m benutzt werden.
Selbst die Feuerwehr sucht und kauft auch wieder Klappenschränke und Feldtelefone. Einige wissen warum.
Es lebe die Technik.
Na so was (wobei Du sicher übertreibst..). Da mangelt es eurem Dienst aber eindeutig an einer kompetenten Stelle! Oder aber an Personal welches kompetente Stellen sucht und findet! Gern stehe ich mal beratend zur Seite. Den Link dazu schicke ich Dir gern per PN. Hier im Forum wäre das womöglich Werbung.

Klaus.

DK6AO

Unregistered

7

Monday, February 22nd 2010, 3:52pm

TETRA arbeitet in DL im Bereich 380-395MHz.
Damit meinst Du BOS-TETRA Peter. Sonstige Anwender haben sehr wohl eigene/andere Frequenzbereiche.
Die Bahn betreibt allerdings kein Tetra-Netz, sondern GSM-R!

Gruß, Klaus.

8

Monday, February 22nd 2010, 4:36pm

Der Bericht ist recht einseitig und verschweigt die Taktische Seite völlig. Darüber gibt es überhaupt keine Informationen. 40 RTW in einer Großschadenslage legen auch ein analoges System lahm wenn man sie ohne System machen lässt. Versucht man hier taktische Fehler und Ausbildungsmängel der Technik in die Schuhe zu schieben?
Funklöcher gibt es auch im Analogfunk, das ist nichts Neues. Wenn die Notruffunktion mit eingebuchten Gerät nicht funktioniert hat, dann war das entweder ein Konfigurationsfehler im Netz oder ein Bedienerfehler (statt Notruffunktion ein normales Gespräch versucht). Die Notruffunktion hat wie der Notruf im GSM-Netz Priorität. Notfalls wird ein anderes laufendes Gespräch getrennt.
Feuerwehrleute zu Schaden gekommen.
Auch hier fehlen wesentliche Informationen. Innenangriff mit Geräten im TMO oder DMO-Modus? TMO Modus im Innenangriff wäre Leichtsinn und fällt unter taktischer Fehler oder Ausbildungsmangel. Kann man ohne weitere Informationen nicht weiter beurteilen. Aber auch im DMO Modus hat man nicht immer Verbindungsgarantie. Wie im analogen Funk auch kann die Verbindung abreissen. Allerdings kann man bei Tetra dort mittels DMO-Repeater schnell und unkompliziert nachhelfen. Fakt ist allerdings auch, das die Holländer ihren Analogfunk (Einsatzstellenfunk) im 70cm Band abwickelten und nun mit den geringeren Reichweiten von Tetra versus Analog zu kämpfen haben. Wir werden da mit unserem 2m Einsatzstellenfunk keinen Unterschied feststellen können und teilweise sogar Verbesserungen haben.
Sorry, aber ohne weitergehende Informationen über Technik, Taktik und Ausbildungsstand ist der Bericht nur billige Polemik und wertlos. Wie sind die Leitstellen eingebunden? Welche Steuerungsmöglichkeiten haben sie? Da tun sich viele Fragen auf.

Ich will Tetra nicht über den grünen Klee loben. Er wird kommen und wir werden uns damit arrangieren müssen. Anstatt alles zu verteufeln sollte man lieber aus den Fehlern anderer lernen und an einen vernünftigen Netzausbau denken, die Leitstellen mit hoher Priorität und Leitrechneranbindung einbinden sowie eine fundierte und gründliche Ausbildung vorsehen. Und auch die Taktik nicht vergessen und dabei den Grundsatz "Technik folgt Taktik" beherzigen. D. h. erst einmal die neue Technik in die bestehende Taktik einbinden und wenn das funktioniert, kann man sich Gedanken darüber machen, welche neue Möglichkeiten sich bieten und ob eine Änderung der Taktik sinnvoll ist.
Mal ist man der Hund, mal die Laterne.

df9ic

Unregistered

9

Monday, February 22nd 2010, 5:30pm

Nach dem, was ich von anderen OMs höre, die beruflich mit TETRA-Anwendung zu tun haben, gibt es z. B. massive Defizite in Planung und Ausschreibung, weil hier wenig kompetente Sachbearbeiter am Werk waren.

Ein Beispiel: ein Feuerwehrfahrzeug sol drei TETRA-Funkgeräte bekommen, die unabhängig voneinander gleichzeitig in beliebigen Frequenzbereichen senden und empfangen sollen, am besten mit nur einer Antenne. Daß das an einem Fahrzeug nicht möglich ist, ist hier wahrscheinlich jedem klar. Aber die Einsatzplanungen beruhen darauf. Letzten Stand, den ich kenne (wenige Monate alt) war, daß man überlegt, 10-20 dB Dämpfung im Sende- und Empfangsweg zu installieren.

Procom bietet Koppler an, die mehrere Ports nach Feinabgleich um 50 dB entkoppeln (bei 3,5 dB EIngfügungsdämpfung für 2 Ports, mehr bei mehr) - natürlich nur, wenn der Abschluß am gemeinsamen Port frequenzunabhängig und zeitlich konstant ist, beides ist bei einer fahrzeugmontierten Stabantenne nicht der Fall. 50 dB würden auch nicht reichen. Dennoch wird auf so einer Basis geplant.

Ich sehe da noch massive Probleme auf die Anwender zukommen.

Gruss Henning

DK6AO

Unregistered

10

Monday, February 22nd 2010, 5:40pm

Nur ganz kurze Kommentare, denn die meisten dürfte die o. T. Diskussion nicht interessiern....
Der Bericht ist recht einseitig
Stimmt! Deswegen fragte ich nach den Quellen, denn der OM schreibt ziemlich viel über alles mögliche. Das ist per se verdächtig ;)

40 RTW in einer Großschadenslage legen auch ein analoges System
Ja, aber in einem BOS-Bündelfunknetz erwarte (erhoffe) ich mir genau das nicht!

2m Einsatzstellenfunk keinen Unterschied feststellen können und teilweise sogar Verbesserungen haben.
Dein Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen, sorry.

Ich will Tetra nicht über den grünen Klee loben.
Nee, zu loben gibt es da sicher nichts. Die BOS bekommen ein 20 jahre altes System, und zwar ein Sprechfunksystem, kein Datenfunksystem (wie oft orakelt), was der Steuerzahler noch gar nicht weiß, hi. Und von der zusätzlich zu beschaffenden Alarmierungsinfrastruktur schweige ich mal lieber.... :whistling: Auf der andern Seite, da lebe ich ja von :P


Aber wie eingangs erwähnt: Das Thema gehört nicht unbedingt zu den Hobbyfunkern....


Klaus, DK6AO.

DK6AO

Unregistered

11

Monday, February 22nd 2010, 5:47pm

Nach dem, was ich von anderen OMs höre, die beruflich mit TETRA-Anwendung zu tun haben, gibt es z. B. massive Defizite
Hennig, ... die wirklichen Defizite kennt die Öffentlichkeit (und die Halbwissenden..) noch gar nicht. Das was Du da gehört hast, sind ja winzikeiten, und leicht lösbar.....

f.d.B. Klaus

Posts: 93

Occupation: retired technican

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12

Monday, February 22nd 2010, 5:48pm

Der Bericht ist recht einseitig und verschweigt die Taktische Seite völlig.
Ich will Tetra nicht über den grünen Klee loben. Er wird kommen und wir werden uns damit arrangieren müssen. Anstatt alles zu verteufeln sollte man lieber aus den Fehlern anderer lernen und an einen vernünftigen Netzausbau denken, die Leitstellen mit hoher Priorität und Leitrechneranbindung einbinden sowie eine fundierte und gründliche Ausbildung vorsehen. ´´

Ich kann zu diesem objektiven Beitrag NICHTS hinzufügen!!!
cu es 73 de Michael

http://www.dl3baa.de.vu

df9ic

Unregistered

13

Monday, February 22nd 2010, 5:58pm

die wirklichen Defizite kennt die Öffentlichkeit (und die Halbwissenden..) noch gar nicht.

Das will ich gerne glauben, bring doch mal ein Beispiel.

Das was Du da gehört hast, sind ja winzikeiten, und leicht lösbar.....

Technisch nicht, nur durch Verzicht auf einen Teil der gewünschten Betriebsoptionen.

Gruss Henning

DK6AO

Unregistered

14

Monday, February 22nd 2010, 6:03pm

die wirklichen Defizite kennt die Öffentlichkeit (und die Halbwissenden..) noch gar nicht.

Das will ich gerne glauben, bring doch mal ein Beispiel.

Nicht so gerne öffentlich Henning, es ist zu leicht auf meinen Namen zu schliessen, und ich habe zu direkt damit zu tun.... Gern aber mal beim Bierchen.....
Das was Du da gehört hast, sind ja winzikeiten, und leicht lösbar.....

Technisch nicht, nur durch Verzicht auf einen Teil der gewünschten Betriebsoptionen.

... das meinte ich im Vergleich zu den sonstigen offenen Problemchen (s. o.) .... was Du da von jemanden gehört hast ist eh nicht realistisch....
73! Klaus.

DF3KV

Unregistered

15

Monday, February 22nd 2010, 6:30pm

TETRA arbeitet in DL im Bereich 380-395MHz.
Damit meinst Du BOS-TETRA Peter. Sonstige Anwender haben sehr wohl eigene/andere Frequenzbereiche.

Sicher, typisch können die Geräte auf Frequenzen zwischen 380 MHz und 470 MHz eingestellt werden.
Ein Hersteller hat seinen Sitz 20km von hier und drei befreundete Funkamateure arbeiten dort, einer betreut hauptsächlich Tetra Projekte.


Die Bahn betreibt allerdings kein Tetra-Netz, sondern GSM-R!


So ist es

16

Tuesday, February 23rd 2010, 1:38pm

Wie gesagt, Ich verstehe nicht, warum mann andere wie Eisenbahn, Energieversorger usw. nicht mit ins Boot genommen hat wenn das Militär extra diesen Bereich frei gibt. Wenn ich die Technik richtig verstehe ist ja beim Anmelden in das TETRA Netz auch eine Berechtígung, eine Schlüsselabfrage usw. erfoderlich. Eine sogen. Gruppenbildung ist ja sogar extra gewollt und beim Betrieb über gemeinsame Zellen für Feuerwehr, Polizei, THV usw. auch nicht anders möglich.

Posts: 123

Occupation: Netzplaner Mobilfunk

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17

Tuesday, February 23rd 2010, 1:50pm

Weil die BOS für sich den Anspruch erheben, ein eigenes Netz zu betreiben.

Die Bahn hat bereits ein eigenes ( GSM-R ) Netz. Der Standard ist nunmal für alle Bahnen Europas festgelegt, um grenzüberschreitend kommunizieren zu können. Die EVU´s kochen auch ihr eigenes Süppchen.




:sos: :sos:

18

Thursday, February 25th 2010, 4:17pm

Zweiter Teil aus dem Rundspruch - d.h. ohne Kommentar und nur zur Info

Aus dem Schleswig-Holstein-Rundspruch Nr. 8 vom 22.02.2010



BOS-Digitalfunk - ein niederländischer Erfahrungsbericht (Teil 2)





In Deutschland beträgt die Digitalfunk-Datenrate rd. 3kbit/sek. Damit

sind bestenfalls Telefonate möglich. Die Übermittlung von Einsatzplänen,

Fingerabdrücken, etc.. dauert "seine Zeit". Somit könnte man gleich beim

bisherigen Analogfunk bleiben. Eine Erhöhung der Digitalfunk-Datenrate

hätte den kompletten Austausch aller bisher angeschafften

Digitalfunkendgeräte zur Folge, weil sie für höhere Datenraten

inkompatibel sind. Bedeutet letztendlich für den Steuerzahler eine

erhebliche Mehrkostenbelastung in Milliardenhöhe.



Die jährlichen Digitalfunkbetriebskosten fallen im Vergleich zum

jetzigen Analogfunk "um einiges höher" aus, z.B. in Bayern: Für den

Analogfunk rd. 10 Mio/Jahr, für den Digitalfunk rd. 37 Mio/Jahr. Ähnlich

verhält es sich auch in allen anderen Bundesländern.



Ist der Digitalfunk gestört, oder fällt aus, wären im Vergleich zum

jetzigen Analogfunk alle Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und

Rettungsdiensten gleichermassen betroffen.



Beim Analogfunk fallen schlimmstenfalls einzelne Kanäle/Frequenzen aus,

jedoch KEINE kompletten Bereiche. Für solche Fälle bestehen

- genügend Reservekanäle

- und die Feuerwehr würde z.B. nichts von Funkproblemen bei der Polizei

merken.



Der niederländische Feuerwehrangehörige berichtete auch über

praktische Reichweitenversuche mit Digitalhandfunkgeräten auf der grünen

Wiese. Trotz optischer Sicht zu den Kollegen traten ab einer Entfernung

von 200m gravierende Reichweitenprobleme auf.



Derartige Ergebnisse sind mit Analogfunkgeräten auf dem höher gelegenen 70cm Afu-Frequenzbereich und

wesentlich niedriger Sendeleistung (z.B. 500mW) z.B. mit dem Afu-Handy YAESU-VX1 bzw. VX-5 faktisch

ausgeschlossen.



Kein Wunder, dass es z.B. innerhalb von Gebäuden erhebliche

Digitalfunk-Reichweiteneinbussen gibt.



Wird DMO-Digital-Direktfunkbetrieb ohne Relaisstation/Umsetzer an

Einsatzstellen durchgeführt, treten oftmals erhebliche Beeinträchtigungen der Funkverbindungen trotz

unterschiedlicher Gesprächsgruppen, vergleichbar mit unterschiedlichen Analogfunkkanälen auf.

Dieser Umstand wird durch die Fa. Motorola lt. einer EU-Patentschrift "European Patent Application"

vom 26.1.2005 auch eingeräumt. Hier heisst es auf der Seite 2, Satz 25-30 u.a. sinngemäss, dass ohne

TMO-Betrieb über Relaisstationen/Umsetzer und der damit wegfallenden Zeitschlitz-Synchronisation

keine Möglichkeit besteht, DMO-Interferenzen zu minimieren/verhindern.



Im Analogfunk nennt sich das Phänomen z.B. "unzureichende

Nachbarfrequenzselektion" bzw. Trennschärfe, was sich jedoch lt. bisher vorliegenden Infos nicht

derart gravierend bemerkbar macht und mit den bisherigen Analogfunkgeräten keineswegs Normalzustand

ist.



Somit dürften die Aussagen von Digitalfunkbefürwortern und Lobbyisten,

welche auch in Deutschland die Meinung vertreten, "der Digitalfunk sei

insgesamt leistungsfähiger und belastbarer als der bisherige Analogfunk", zumindest in diesen

Punkten widerlegt sein.



Pikanterweise erhielt Motorola trotz der in der erwähnten EU-Patentschrift eingeräumten Mängel und

Risiken des Digitalfunks in mehreren Bundesländern Aufträge für die Technikbeschaffung, Aufbau und

Netzbetrieb.



Der niederländische Feuerwehrangehörige äusserte im Gespräch mit dem Beitragsverfasser seine

erheblichen Bedenken, dass diese

Digitalfunkprobleme nunmehr auch für Deutschland aktuell werden können.

Im Jahr 2005 befasste sich ein niederländischer TV-Sender ausführlich

mit der Digitalfunk-Problematik. Im Okt. 2008 sah er im dt. Fernsehen

den "ZDF Frontal21" Beitrag "zu teuer, zu schlecht, sinnloser

Behördenfunk". Sein sinngemässer Kommentar: " Das sind doch genau

dieselben Probleme wie bei uns in den Niederlanden - es darf doch nicht

wahr sein!"



Lt. seiner Aussage wagt er nicht an den Fall zu denken, "wenn es richtig

kracht". Schon deshalb wäre es dringend angeraten, in Deutschland zumindest für

Sprechfunkanwendungen beim bisherigen Analogfunk für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste zu bleiben.



Abschlussbemerkung, das jeder private Arbeitgeber beim Einsatz

mangelhafter Arbeits- bzw. Produktionsmittel spätestens bei

Unglücksfällen wegen der damit verbundenen Haftungs- und Regressfragen

dringend einen guten Anwalt bräuchte. Es ist nicht nachvollziehbar,

warum politisch Verantwortliche hiervon ausgenommen scheinen.



Soweit die Kurzform des niederländischen Tatsachenberichts. Nicht alles Neue muss auch zwangsläufig

gut sein.



73s de Manuel DL5AFN

DK6AO

Unregistered

19

Thursday, February 25th 2010, 5:42pm

@DL2BND: Ich hatte weiter oben schon mal danach gefragt: Auf welche Quellen bezieht sich DL5AFN? Ohne Quellenangaben ist das für mich nur eine Zusammenstellung seiner eigenen, subjektiven Meinung, und damit für den Fachmann nicht zu gebrauchen da völlig wertlos. Die wenigen angegebenen sind Schnee von gestern.....

Klaus.

20

Friday, February 26th 2010, 1:31pm

Bzgl. Quelle wird doch hier ausdrücklich auf einen gemachten Rundspruch verwiesen. Offizielle Angaben wirst Du auch nicht bekommnen - da alles was mit TETRA in Verbindung steht von offizieller Seite als "nur für den Dienstgebrauch" eingestuft wird - kein Scherz - habe ich selber gelesen. D.h. Du als Funkamateur, jede Spedition, jedes Taxi-Unternehmen muss alles offenlegen wie Standort und Leistung gegenüber der Bundesnetzagentur und hinsichtlich der evtl. Schutzabstände usw. Dieses gilt für das TETRA Netz nicht! Hier wird alles als "geheim" eingestuft - obgleich es vorher ja eine große Ausschreibung gab und eigentlich alle Informationen im Internet verfügbard sind d.h. über die EADS oder SEPURA Geräte und deren Möglichkeiten usw. Es gibt ja auch bereits viele Bücher zu diesem Thema wie von Christof Linde aus dem Franzis-Verlag usw.



Fakt ist aber, dass jeder Sender hervorragend gepeilt werden kann (bei uns sind es jetzt 14, zum Teil auf Wachen oder Krankenhäusern) und es gibt noch weiterhin tote Zonen! Da fragt sich doch jeder, wie effektiv dieses System wirklich ist? Wenn aber zum Teil 4, 6 oder 8 Geräte bei einer Wache an einer Antenne angeschlossen werden d.h. in einem 19" Schrank mit einem Schalter (alle wollen sich dann beim Einschalten einbuchen) stehen einem doch die Haare hoch. Selbst Procom sagt, dass mit einer Weiche nur max. zwei Geräte an einer Antenne betrieben werden können und lt. Aussage von einem SEK Leiter muss der 2mtr. Funk generell bleiben, weil das Risiko bei einer Verzögerung z.B. bei einer Geiselnahme viel zu hoch ist.



Was auch nur wenige wissen, es handelt sich hier um TETRA Funk nicht TETRAPOL d.h. es hätte hier sehr gut die Möglichkeit gegeben, andere Dienste mit ins Boot zunehmen denn für TETRAPOL gab es ja in der EU keine Mehrheit.



Die Gewerkschaft der Polizei hat z.B. Bedenken weil mit den Geräten auch Gespräche im Fahrzeug abgehört werden können und By the way - ich glaube auch die deutsche Flugsicherung muss auch noch erst dem Gebrauch dieser Geräte zustimmen d.h. für den Einsatz im Tower und auf dem Rollfeld - aber lassen wir uns überraschen. EADS wird bestimmt nachbesseren wie bei unserem tollen Millitärflieger und Toll Collect läuft ja nun auch super.

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