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Wie messe ich das SWR auf 70cm richtig?

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DO9CD

Unregistered

1

Friday, January 23rd 2009, 11:32pm

Wie messe ich das SWR auf 70cm richtig?

Hallo zusammen,

ich habe gerade das SWR meiner selbstgebauten 70cm Antenne gemessen,
und weil ich mir nicht alle Messergebnisse erklären kann, bitte ich euch
um Hilfe.

Meinen Messplatz habe ich wie folgt aufgebaut:

1. Sender: TM-V71E, Modulation: FM, Sendeleistung laut Handbuch ca. 10 W
2. Messgerät: SWR/Wattmeter Diamond SX-600N - kalibriert so wie im Handbuch beschrieben
3. Antenne: Doppelquad ohne Reflektor (Selbstbau)


I) Auf 432,000 MHz habe ich folgende Werte gemessen:

SWR: 1.1, Vorwärtsleistung: 10W, Reflektierte Leistung: nicht ablesbar (kleine Zeigebewegung,
ich schätze die Anzeige auf 1/5 des Bereiches zwischen 0 und 1 Watt auf der Messskala).

Meine Interpretation: Das gemessene SWR=1.1 könnte so weit stimmen, Reflektierte Leistung
müsste dann ca. 0,02 Watt betragen.

II) Auf 415,000 MHz habe ich folgende Werte gemessen: SWR: 1.0, Vorwärtsleistung: 13W,
Reflektierte Leistung: 0W (keine Zeigebewegung).

Meine Interpretation: 13W?! Warum?

Weite habe ich eine Vergleichsmessung für die NAGOYA NA-772 Antenne auf 432,000 MHz
durchgeführt und folgende Werte erhalten: SWR: 4.0, Vorwärtsleistung: 11W, Reflektierte
Leistung: 4W.

Meine Interpretation: Das aus beiden gemessenen Leistungen errechnete SWR ist 4.04.
OK, die SWR Messung müsste stimmen. Aber! kann es sein, dass diese Antenne so
schlechtes SWR auf 70cm hat?


Danke und 73 Christoph DO9CD

df9ic

Unregistered

2

Saturday, January 24th 2009, 1:58am

RE: Wie messe ich das SWR auf 70cm richtig?

Weite habe ich eine Vergleichsmessung für die NAGOYA NA-772 Antenne auf 432,000 MHz
durchgeführt und folgende Werte erhalten: SWR: 4.0, Vorwärtsleistung: 11W, Reflektierte
Leistung: 4W.

Ohne Gegengewicht funktionieren solche Handfunken-Aufsteckantennen meist nicht.

Ob 10 W oder 11 W oder 13 W, das ist bei derartigen Schätzometern nicht viel Unterschied. Die Genauigkeit ist mit +/-10% des Skalenendwerts angegeben, im 20-W-Bereich also +/-2 W. Selbst hochwertige Meßgeräte a la Bird haben noch einen zuläsigen Meßfehler von +/-5% des Skalenendwerts.

Gruß Henning

DO9CD

Unregistered

3

Saturday, January 24th 2009, 1:30pm

Hallo Henning,

vielen Dank für deine Antwort.

Quoted

Ohne Gegengewicht funktionieren solche Handfunken-Aufsteckantennen meist nicht.
Da hast Du Recht, aber diese Antenne ist für die Handfunkgeräte bestimmt, die doch nicht mehr
Gegengewicht als die Gehäuse des SX-600 bieten. In dem Regelfall hält man das Gerät in der Hand
und natürlich dadurch sorgt man mit eigenem Körper für das nötige Gegengewicht. Ich werde diese
Antenne noch einmal mit mehr "Körpereinsatz" messen.

Quoted

Ob 10 W oder 11 W oder 13 W, das ist bei derartigen Schätzometern nicht viel Unterschied.
Die Genauigkeit ist mit +/-10% des Skalenendwerts angegeben, im 20-W-Bereich also +/-2 W.
Ist es nicht so, dass die +/-10% von dem angezeigten Wert zu rechnen ist und nicht von dem maximalen
Wert der Skala? Im der Dokumentation steht "Accurency of full scale".
Die beide Werte, 10W und 13W, bei der gleichen Stellung des Gerätes gemessen werden und doch nah (50%
und 65% der maximalen Anzeige) aneinander liege, müssen nicht die beiden Messungen ähnlichen Fehler vorweisen?

Mir ist auch bewusst, dass der Sender doch nicht durchgehend 10 Watt produziert. Es könnte sein, dass er
gerade auf 415,000 MHz etwas höhere Leistung hat. Was mich noch etwas wunder, ist der Fakt, dass ich auf
432,000 MHz das SWR von 1.1 und auf 415,000 MHz 1.0 messe. Das wäre bedeuten, dass die Bandbreite der
Antenne für einen SWR-Bereich von 1.1 bis 1.0 die 14 MHz beträgt. Ist das nicht, selbst für einen "Schätzometern",
etwas zu viel?

73 Christoph DO9CD

DF3KV

Unregistered

4

Saturday, January 24th 2009, 2:04pm



[
Ist es nicht so, dass die +/-10% von dem angezeigten Wert zu rechnen ist und nicht von dem maximalen
Wert der Skala? Im der Dokumentation steht "Accurency of full scale".

"Full scale"= Skalenendwert, im untersten Bereich also 4W als mögliche Differenz (+/-10%).

Das wäre bedeuten, dass die Bandbreite der
Antenne für einen SWR-Bereich von 1.1 bis 1.0 die 14 MHz beträgt. Ist das nicht, selbst für einen "Schätzometern",
etwas zu viel?
[/quote]

Bei dieser Art von Schätzeisen ist mir noch nicht eines untergekommen, das was gescheites misst, selbst nicht auf Kurzwelle

73
Peter

5

Saturday, January 24th 2009, 3:30pm

Hallo Christoph,
Du schiebst:

"II) Auf 415,000 MHz habe ich folgende Werte gemessen: SWR: 1.0, Vorwärtsleistung: 13W,
Reflektierte Leistung: 0W (keine Zeigebewegung)."

Wenn das SWR auf 415MHz besser ist, ist die Antenne etwas zu lang. Übrigens dürfen wir nur im Bereich von 430-440MHz senden.
8)

Vy 73 de Gerhard

df9ic

Unregistered

6

Saturday, January 24th 2009, 5:01pm

aber diese Antenne ist für die Handfunkgeräte bestimmt, die doch nicht mehr
Gegengewicht als die Gehäuse des SX-600 bieten.

Wenn Du so gemessen hast und nicht am Ende eines Kabels, dann stimmt das. Trotzdem kannst Du ja mal probieren, was sich ggf. ändert, wenn Du noch etwas Massefläche dazutust (Metallplatte gegen Stecker halten).


Die beide Werte, 10W und 13W, bei der gleichen Stellung des Gerätes gemessen werden und doch nah (50%
und 65% der maximalen Anzeige) aneinander liege, müssen nicht die beiden Messungen ähnlichen Fehler vorweisen?

Für einen Teil der Fehler gilt das sicherlich, für andere (Frequenzabhängigkeit) nicht.

Die große Bandbreite kommt mir auch komisch vor, aber ich würde in der Tat von einem derartigen Instrument nicht zuviel erwarten - auch nicht wirklich, daß die angegebene Genauigkeit unter allen Umständen eingehalten wird. :)

Gruss Henning

7

Saturday, January 24th 2009, 10:16pm

hallo Christopf,
einfach daran denken:
SWR wird vorlaufende Welle und rücklaufende Welle gemessen ( Leistung kommt da nicht vor )
es passt nur; wenn du wenigstens auf eine Seite einen realen Abschluss hast -> ansonsten: wer viel misst misst viel Mist!
Abstrahlung hat in der Regel nichts mit Anpassung zu tun!.. bei kurzen (Aufsteck)antennen kannst du evtl. Verluste eh vergessen...
Glaubst du wirklich, deine Quelle hat von 415...440 MHz einen realen "Widerstand" ? 430..440 ist schon .. na ja..

Normalerweise kann man ja mit den Fehlern gut leben...beim Messen sollte man gelegentlich dran denken...
Leidlich "reale Quellen" gibts über Leistungsdämpfungsglieder..vermute mal ab 20dB ...und beim Messen eigentlich immer daran denlken, es mit verschiedenen Kabellängen zu messen! wenn sich beim Einfügen eines ( n*) 1/4 Lamda langen Stückes nix wirklich ändert, ist es gut ...

73
Fred

DF3KV

Unregistered

8

Saturday, January 24th 2009, 10:47pm



SWR wird vorlaufende Welle und rücklaufende Welle gemessen ( Leistung kommt da nicht vor )



Hallo Fred,

Was meinst Du denn mit Welle?

VSWR= Voltage Standing Wave Ratio

Bei der Art von Durchgangs-Wattmetern typisch: Vorlaufende Leistung minus rücklaufende Leistung= tatsächliche Leistung.

73
Peter

DO9CD

Unregistered

9

Sunday, January 25th 2009, 12:35am

Hallo zusammen,

ich danke euch für eure Antworten und ich erlaube mir ein Problem
noch einmal zu definieren.

Für den /am Einsatz auf 70cm soll eine Antenne gebaut werden, die auf
der Frontscheibe (von innen) der Maschine aufkleben werden könnte.
Für den Zweck habe ich eine Doppelquad Antenne ohne Reflektor "zusammengefaltet".
Jetzt möchte ich feststellen, ob diese Antenne in dem gewünschten Bereich resonant
ist. Meine erste Frage ist: Wie messen ich die Resonanzfrequenz meiner Antenne?

Die Abstrahlung (Gewinn) der Antenne betrachte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, da
ich erst a priori annehme, dass die o.g. Antenne effizienter als meine alte NA-772
Aussteckantenne ist. Was ich zur Verfügung habe sind: UKW TRX TM-V71E, SWR-Meter
und mein Doppelquad.

Wie vorher beschrieben habe ich Vorwärtsleistung, reflektierte Leistung und SWR gemessen.
Die gemessene Werte überraschten mich und begann zu glauben, dass ich "Mist" messe.

73 Christoph DO9CD

DF3KV

Unregistered

10

Sunday, January 25th 2009, 1:37am



Jetzt möchte ich feststellen, ob diese Antenne in dem gewünschten Bereich resonant
ist. Meine erste Frage ist: Wie messen ich die Resonanzfrequenz meiner Antenne?


Du könntest eine weitere einfache Loop aufbauen und in diese senden.
Sie darf nur lose auf die zu messende Loop koppeln.
Am Messobjekt wird die Empfangssspannung gemessen.
Auf der Frequenz wo diese am höchsten ist ist sie auch resonant.

Die Loop direkt im Speisepunkt mit einem induktionsfreien Widerstand abschliessen und die Spannung über dem Widerstand hochohmig messen.
Bei der Frequenz am einfachsten per Diodentastkopf und Mikroamperemeter. (Röhrenvoltmeter etc.)

73
Peter

df9ic

Unregistered

11

Sunday, January 25th 2009, 10:30am

Wie messen ich die Resonanzfrequenz meiner Antenne?

Schon so, wie Du das versucht hast. Wobei eine solche Quad recht breitbandig ist - da solltest Du min. +/- 50 MHz messen können.

Wenn Dein Wattmeter bei der Nennfrequenz nicht allzuviel Rücklauf anzeigt, würde ich mir an Deiner Stelle auch keine Sorgen machen, unter dem Aspekt der praktischen Nutzbarkeit der Antenne. Geht es eher um Antennenentwiclkung per se, wäre etwas mehr Messtechnik angebracht.

Wenn Du die Antenne auf eine Plexiglas- oder Glasscheibe aufklebst, ändern sich die Eigenschaften auch wieder ein wenig.

Gruss Henning

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