Die Sache ist halt, dass der Bastelei aufgrund des verwendeten Voice Codecs Grenzen gesetzt sind. Ausserdem ist die Dokumentation
des Standarts nur auf Japanisch zu bekommen. Wie vollständig das ganze ist bleibt dann auch noch fraglich.
Selber basteln bleibt hier also wohl ein geringer Anteil.
Ob es sich trotzdem lohnt kann aber jeder selbst entscheiden.
Mir persönlich ist die Perspektive dieses Relais-Netzes nicht so ganz klar. Welche Vorteile bringt es gegenüber einem FM Relais mit Echolink ?
Was passiert, wenn die Technik aus irgentwelchen Gründen nicht mehr lieferbar sein sollte ? (z.B. Voice Coder abgekündigt, oder die Produktion
der Relais lohnt sich nicht mehr...)
Eventuell kann ja mal jemand was dazu schreiben, der D-Star aktiv nutzt.
Guten Morgen,
ein D-Star-fähiges Gerät zu kaufen, um damit sein Orts-QSO zu machen ist unsinnig. D-Star unterscheidet sich von Echolink lediglich in der letzten Meile. Echolink ist dort analog und D-Star eben digital. Von der Handhabung macht D-Star nur Sinn, wenn man die Gateway-Funktion voll ausschöpft und das System seinen Funkfreund suchen läßt; dazu muß der im Netz eingebucht und angemeldet sein.
In der Praxis sieht es so aus, dass man das Handfunkgerät entsprechend programmiert. Ist man z. B. beruflich oder privat in Paris, setzt man sich dort auf die QRG des Pariser D-Star-Gateways und klickt im Zielrufverzeichnis seinen liebsten Funkfreund an und ruft ihn; einmal PTT drücken genügt. Wenn der z. B. in NY eingebucht und wach ist, meldet er sich. Es funktioniert eben wie bei MobilComs, aber ohne Quadband und Gebühren!
Wenn man viel unterwegs ist und sich mit KW-Pactor-E-Mail-Level-3 nicht rumplagen will, dann ist ein D-Star- und/oder DTMF-Echolink-fähiges Handfunkgerät eine ideale und leichte Nutzungsmöglichkeit des internationalen Amateurfunk's. Oder man drückt es so aus: Wer in die Metropole reist, nimmt ein IC-E91/92 mit und wer Ferien auf dem Bauernhof macht, nimmt IC-7000 plus PTC-2E mit!
Die, die sich am patentrechtlichen Schutz des AMBE 2xyz stoßen, haben wohl bei den ganzen Demodulator- und Diskrimator-Bausteinen fest geschlafen. Ebenso schliefen die auch bei Pactor-Level-III und vielen anderen Hybridbausteinen. Die, die OpenSource ständig fordern, dürften dann auch nur Funkgeräte nutzen, die älter als 30 Jahre sind; für deren Bausteine Patentrechte nämlich nach 30 Jahren abgelaufen sind!
D-Star ist heute eine Nische des Amateurfunk's. Ob die Nische zum Zimmer oder zum Großraum wird, hängt von uns Funkamateuren ab und nicht vom Anbieter. Wir als Funkgeräte-Verbraucher sind allumfassend für die Annahme eines Produkt-Angebotes verantwortlich. Zum Beispiel wurde Pactor nach 15 Jahren für den individuellen Funkverkehr ein Flopp; für den Mailbox- und E-Mail-Verkehr ein Renner. Ob das von SCS so geplant war? Ich persönlich glaube das nicht!
MfG
Hermann, DL1EEC