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MFJ- 904-H Antennentuner, Qualität????

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1

Sunday, September 16th 2007, 12:03pm

MFJ- 904-H Antennentuner, Qualität????

Hallo
Ich bin seit letztes Jahr im Besitz eines MFJ-904-H Antennentuners.
Bis gestern war ich eigentlich mit dem Tuner ganz zufrieden, bis auf einige Ausnahmen wo ich meinen selbstgebauten Dipol am Balkon einfach nicht mehr abstimmen konnte.
Also manchmal gings und manchmal nicht. Ich habe mir dabei nicht viel gedacht, weils zeitweise ganz gut funktioniert hat.
Jetzt gestern abend, ich war mitten in einem PSK 31 QSO auf 80m schoss plötzlich das SWR - Meter auf unendlich hoch und das bei 50 Watt !
Ich schaltete den Sender sofort ab und begann mit der Fehlersuche:
SWR aud 40m getestet - auch schlecht ( gestern wars noch gut ), dann auf 15m und 10m gut. Danach überprüfte ich den Dipol, das Wiremankabel und das Koaxkabel zum Tranceiver- alles in Ordnung.
Jetzt heute morgen, das gleiche Spiel noch einmal SWR auf 80m und 40m immer noch schlecht. Also bin ich auf die Idee gekommen den Tuner mal aufzumachen und eine Sichtkontrolle durzuführen.
Mich hat fast der Schlag getroffen, wo ich mir den Spulenumschalter genau angesehen habe. Die Kontaktfeder hat in dem Bereich für 80m und 40m ihren Gegenpol überhaupt nicht berührt !
So einen Murks habe ich selten gesehen ! Alles schief und krumm, von Qualität keine Spur. Habe den Murks wieder einigermassen hingebogen und jetzt funktioniert es auch wieder aber eine Dauerlösung ist das nicht. Ich werde den Schalter ausbauen und 12 kleine Buchsen einbauen und durch Steckverbindung den notwendigen Kontakt herstellen.
Es ist schon traurig daß man so einen billigen Murks für 159 € verkaufen darf. Meine Schlussfolgerung: Nie wieder MFJ !!

Gruss Thomas DO6TG

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2

Sunday, September 16th 2007, 1:12pm

Nun, Thomas, das ist ja nicht soo neu.

Den MFJ-Kram, egal ob dick oder duenn, gross oder klein, billig oder weniger billig, das Zeug ist by Design ziemlich muellig. Man kann sich wegen des Preises einen MFJ kaufen, dann jedoch nach seinen eigenen Beduerfnissen benutzen. Also z.B. nur mit 20% der angebenen Leistung belasten, dem SWR Meter noch ein richtiges nachsetzen oder eben Bauteile gegen was anstaendiges auswechseln.

Ich habe z.B. in meinen MFJ-974H einen dicken Keramikschalter eingebaut, die herausgefallen Rotorplatten der 4 Drehokos wieder befestigt und das SWR-Meter nachjustiert.

Man muss diese MFJs als eine Art Bausatz betrachten.

73 de Chris aus dem Neandertal/Mettmann

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3

Sunday, September 16th 2007, 1:37pm

Hallo Chris

Was währe Deiner Meinung nach eine Alternative für meinen Tuner?
Er müsste maximal 100 watt vertragen und muss mit einer Hühnerleiter klarkommen da ich nur direkt symetrisch einspeise, das heisst er müsste auch einen eigebauten ballun wie mein mfj haben und muss nicht wasserdicht sein.
Ich dachte an einen SGC Mac-200, damit würde ich doch bestimmt besser fahren und müsste nicht ständig nachdrehen da der automatisch ist.

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4

Sunday, September 16th 2007, 11:53pm

Morn Thomas,

augenblicklich kenne ich den Markt nicht gut. MFJ kann man benutzen, jedoch unter den o.g. Einschraenkungen.

Die SGCs scheinen ganz gut zu sein. Ich selbst benutze hier einen vollsymmetrischen"Christian-Koppler" von DL3LAC, eine Drake MN4, einen modifzierten MFJ-974H und mehrere Selbstgebaute.

73 Chris

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5

Monday, September 17th 2007, 9:51am

RE: MFJ- 904-H Antennentuner, Qualität????

Hallo Thomas!

Leider baut MFJ - (Most Fucking Junk) zwischenzeitlich mindere Qualität. Alles was von MFJ einverleibt wurde und nun unter dem Namen MFJ vertrieben wird ist in der Qualität meist schlechter. Leistungsangaben sind offensichtlich frei gewählt.

Wir haben einige Erfahrungen mit abgebrannten Tuner der 100W-Klasse von MFJ. 3 KW-Rollspulen-Tuner halten kaum 1KW - Antennenumschalter (Fernschalter) haben billigste Relais und Buchsen. In alten Ameritron-Geräten eingesetzte solide Koax-Leitungen, Verdrahtungen werden durch Printlösungen - gute Relais durch weniger leistungsstarke Printrelais (billiger als billig) ersetzt. Man bemerkt den Qualtätsverlust nach der Übernahme durch MFJ.

Ich hab noch einen MFJ-Tuner (MFJ-902H) den ich mit 5 Watt abstimme und dann auf 100 Watt (FT-857) erhöhe - und ihn dann in Ruhe lasse - weil beim nachträglichen Schalten/Abstimmen mit den 100W sicherlich die Kontakte abbrennen würden (trotz Angabe von max 150W).

Ansonsten bin ich von der Qualität von SGC/LDG und nicht zuletzt von PALSTAR überzeugter. Es lohnt sich bei Tunern, Antennenschalter, Wattmetern, Antennenanalyzern auf die Suche (bei eHam die Reviews lesen) zu gehen. Meist bekommt man fürs gleiche Geld - oder billiger die bessere Lösung (zB beim Analyzer den Bausatz vom Funkamateur)...

Wir haben daher auch begonnen in der Contestgruppe eigene Lösungen zu entwickeln. Das ist zwar mühevoller, kostet mehr Geld und Zeit - ist dafür solider und das Zeugs hält wirklich was aus.

73 de Harald

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6

Monday, September 17th 2007, 10:12am

MAC-200 - Erfahrungen..

Noch ein Nachtrag:

Ich hab einen MAC-200 der ersten Generation. Das Gerät spielt soweit ganz gut - würde mit aber eher einen LDG Z11Pro kaufen.

Bei mir WILL DER MAC-200 eine ERDE - sonst spielen die Zeiger am MAC-200 verrückt - wobei das Gerät eine gute Anpassung zeigt. Mein MAC-200 hatte bei der Auslieferung einen gebrochenen Ferrit (Balun) und ein anderer OM musste feststellen, dass sämtliche PL-Buchsen nicht angelötet waren - die Drähte waren bis zur Buchse gebogen aber nicht verlötet.

Wie die aktuelle Qualtität ist, kann ich nicht beurteilen - wie gesagt - derzeit wäre nach den Erfahrungen und Tests mit einem LDG dieser Tuner meine Wahl...

73 de Harald

7

Monday, September 17th 2007, 4:58pm

Hallo Thomas,

Quoted

Original von DO6TG
Hallo Chris

Was währe Deiner Meinung nach eine Alternative für meinen Tuner?
Er müsste maximal 100 watt vertragen und muss mit einer Hühnerleiter klarkommen da ich nur direkt symetrisch einspeise, das heisst er müsste auch einen eigebauten ballun wie mein mfj haben und muss nicht wasserdicht sein.
Ich dachte an einen SGC Mac-200, damit würde ich doch bestimmt besser fahren und müsste nicht ständig nachdrehen da der automatisch ist.


warum baust Du den ATU nicht selbst? Der Beste scheint derzeit das S-Match zu sein. Das Kreuzzeigerinstrument und den Richtkoppler kann man aus dem alten Teil ausschlachten. Wenn der Drehko was taugt und keinen Anschlag hat, kann man den auch übernehmen und für eine Rollspule schaust Du mal nach Winkler Spezialantennen und klickst auf den Drehko. Ein Zählwerk für die Umdrehungen findet man dort auch. Wenn man dort auch einen umlaufenden Drehko bestellt, könnte man die Rollspule und den Drehko nebeneinander setzen und mit Zahnrädern, Kettenantrieb oder Zahnriemenantrieb verbinden. Nach einer halben Umdrehung der Rollspule ist dann der Drehko voll reingedreht und nach der nächsten halben Umdrehung wieder raus. Dadurch trifft man immer Abstimmpunkte und macht sich dann eine Tabelle Band/Zählerstand und kann so mit einem Knopf den ATU abstimmen. Die Idee stammt von DF3KV, da liegt dort beides hintereinander, wodurch das Gehäuse zu tief wird.

Der LINK zum S-Match. Dort ist noch ein Link zu PA0FRI wegen den Wickeldaten.

Vy 73 de Gerhard

8

Monday, September 17th 2007, 7:41pm

Quoted

Original von DO6TG
Was wäre Deiner Meinung nach eine Alternative für meinen Tuner?
Er müsste maximal 100 watt vertragen und muss mit einer Hühnerleiter klarkommen da ich nur direkt symetrisch einspeise, das heisst er müsste auch einen eigebauten ballun wie mein mfj haben und muss nicht wasserdicht sein.


Hallo Thomas,

ich würde Dir zu einem symmetrischen Annecke-Koppler (80-10m) raten, die Du nur noch gebraucht kaufen kannst. Gelegentlich ist bei eBay einer zu haben (200-300EUR). Du kannst ja mal unter "meine Suche" "Annecke" eingeben. Für 160m gibt es einen passenden Zusatzkoppler.

Du könntest Dir auch einen 1:4 Balun selbst bauen (15EUR) und den geräteinternen ATU vom TRX oder einen anderen unsymmetrischen Koppler nutzen. Wie sowas aussieht siehst Du [url=http://www.qrpforum.de/galerie_index.php?action=user&userid=322&username=Ken,%20DL8LBK&sid=]hier[/url]. Wenn die Abstimmung auf einem Band nicht klappt, kannst Du mit der Länge der HL etwas experimentieren.

Ich habe beide Sachen an 2 x 20m im Einsatz. Mit meinem KAT100 vom Elecraft K2 ist die Balun-Geschichte dem Annecke-Koppler etwa gleichwertig, mit dem Vorteil des schnelleren Bandwechsels. Wobei man sich beim Annecke die Einstellungen notiert und dann auch recht fix umschalten kann, zumal er keine Rollspule hat.
73
Karsten
DL8LBK

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9

Tuesday, September 18th 2007, 9:39am

Hallo Thomas,

folge Gerhards Vorschlag, baue einen S-Match, günstig und steht den teuren Kopplern in fast nichts nach, ich habe den seit Monaten im Einsatz, von 160-10m, einfach spitze.

Die Annecke Koppler in E-bay sind einfach zu überteuert. Für das Geld kannst Du weitere Selbstbauprojekte finanzieren.

Die Verluste eines S-Match zu einem " richtig symmetrisch aufgebauten Koppler" sind vernachlässigbar, ich habe zum Test einen mit zwei Russenspulen und einen Vac-C aufgebaut, und während einem Qso in den Gesprächspausen umgeschaltet, den Gegenstationen ist nichts aufgefallen, der S-match ist aber um einiges günstiger in der Herstellung.

Von nachgeschalteten Baluns rate ich Dir ab, siehe dazu einige Threads hier im Forum, in denen das Thema von sehr kompetenten Ömer besprochen wurde.

Einen schönen Dienstag,

73 de Karsten
EPC #1357
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..... Der Jammer mit der Menschheit ist, dass die Narren so selbstsicher sind und die Gescheiten so voller Zweifel..... (Bertrand Russell, Philosoph)


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10

Tuesday, September 18th 2007, 12:05pm

Vielen Dank für euere Vorschläge.
Ich werde versuchen diese in nächster Zeit umzusetzten.

Gruss Thomas DO6TG

11

Tuesday, September 18th 2007, 1:31pm

Hallo,

ich benutze zur Zeit einen Z11pro und bin relativ zufrieden. Stimme damit meine Mobilantenne ab. Ein Eigenbau ist sicher viel preiswerter und dann auch für höhere Leistung geeignet, ein ATU hat aber den Vorteil, dass
man nicht ständig zwischen TRX und Tuner hin und her laufen muss.
Das Abstimmen geht extrem schnell, zumindest wenn man schonmal auf der jeweiligen Frequenz war. Dann reicht ein dah in Telegrafie.
Was mir aber aufgefallen ist, ist, dass der Tuner empfindlich gegen Einstrahlungen auf UKW ist. Beim Senden auf 2m leuchteten divere Lichter.
Kann man sicher durch verdrosseln beheben.
Ich habe das Gerät noch nicht aufgeschraubt, aber auf Fotos gesehen, dass die Antennenzuführung vom TRX sehr knapp an der Stromversorgungsbuchse vorbeigeht. Eventuell kann es hier Probleme geben.
Für symmetrische Antennen brauchts natürlich noch einen Balun.

Gruß
Mario, Dresden

12

Tuesday, September 18th 2007, 7:21pm

Quoted

Original von DO2KH
Von nachgeschalteten Baluns rate ich Dir ab, siehe dazu einige Threads hier im Forum, in denen das Thema von sehr kompetenten Ömer besprochen wurde.


Hallo Karsten,

warum? Die Frage ist eher, den richtigen Balun mit dem richtigen Kernmaterial für diesen Einsatzzweck zu nehmen. Ich habe den erwähnten Balun am KAT100 in Betrieb und per Stromzange die Feederströme auf beiden Leitern gleichzeitig am 2-Strahl-Oszilloskop gemessen und mit dem Anneckekoppler verglichen. Die Unterschiede sind minimal und wenn, dann auch nicht zwangsläufig zum Nachteil von Balun+ATU.

Allerdings kann man nicht einfach einen 1:4 Balun nehmen und gut. -43er Material geht gar nicht! Dieses wird heiß und der Balun versagt den Dienst. Für eine optimale Funktion (Rückflußdämpfung > 30dB) braucht man ggf. 2 Balune. Einen für 160/80m und einen für die höheren Bänder. Es ist auch wichtig gute Teflonlitze zu nehmen und den Wellenwiderstand der bifilaren Wicklung richtig zu treffen (100 Ohm).

Von der reinen Lehre ist es besser die Anpassung symmetrisch zu machen und erst dann per Balun auf die unsymmetrische Seite zu wandeln, dennoch ist bei einem vorhandenen ATU (z.B. im TRX ) die Variante mit dem nachgesetzten Balun preiswert, effektiv und platzsparend. Außerdem speichert der ATU die Bandeinstellungen und schneller Bandwechsel ist sehr komfortabel.

Was den Annecke-Koppler angeht hast Du Recht. Er wird teils über Neupreis gehandelt. Sogesehen schon fast ein Investment ... ;-)
73
Karsten
DL8LBK

DO2KH

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13

Wednesday, September 19th 2007, 8:42am

Hallo Karsten,

von dieser Seite her habe ich dies noch nicht betrachtet, bis jetzt bin ich immer auf Informationen gestossen, die besagten, dass ein T oder Pi glied Tuner mit nachgeschlateten 1:4 Balun nicht die eleganteste Lösung darstellt. Die Argumentation konnte ich auch nachvollziehen.

Ich möchte Dich bitten, mir das Kernmaterial, sowie Wickeldaten und Drehungsabstände der bifilaren Leitung zukommen zu lassen, ich will Nachbauen/ Messen um zu Verstehen.

Hiesse dass, ich könnte den 1:4 ohne weiteres an den eingebauten Tuner meines TRX anschliessen (wenn ich jetzt den Bereich (15-180Ohm) den er anpassen kann vernachlässige ) und wäre ohne weitere Umstände symmetrisch und in Phase? Dann stellt sich mir allerdings die Frage, warum macht man sich so viel Mühe und baut symmetrische Tuner mit erheblichen Aufwand an guten Bauteilen.

HF, the never ending Story..... ich lerne gerne dazu, und bin Neuem nicht verschlossen.

Annecke-Investment...stimmt, mit Sicherheit sicherer als manch ein Found bei einer Landesbank in DL.... 8)

Einen schönen Tag,

73 de Karsten
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df3kv

Unregistered

14

Wednesday, September 19th 2007, 11:43am

Quoted

Original von DO2KH

von dieser Seite her habe ich dies noch nicht betrachtet, bis jetzt bin ich immer auf Informationen gestossen, die besagten, dass ein T oder Pi glied Tuner mit nachgeschlateten 1:4 Balun nicht die eleganteste Lösung darstellt. Die Argumentation konnte ich auch nachvollziehen.

Nur mit einem streng symmetrischen Koppler kann man immer auf gleiche Ströme in den beiden Hühnerbeinen einstellen.
Ausserdem kann man damit beliebig lange Antennen-Hühnerleiter Kombinationen anpassen


Hiesse dass, ich könnte den 1:4 ohne weiteres an den eingebauten Tuner meines TRX anschliessen (wenn ich jetzt den Bereich (15-180Ohm) den er anpassen kann vernachlässige ) und wäre ohne weitere Umstände symmetrisch und in Phase?


Bei weitem nicht so perfekt wie mit einem symmetrischen Koppler und mit Sicherheit nicht auf jedem Band und beliebigen Längen des Antennensystems

73
Peter

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15

Wednesday, September 19th 2007, 11:47am

Hallo Karsten.

Vor kürzlichem Kauf meines MFJ-974HB (symm. Tuner) habe ich mich auch exzessiv mit der Thematik sowie den verschiedenen Balunformen befasst und eingelesen. Je länger man liest, desto weniger weiss man allerdings bescheid, ..hi. Ich musste lernen, die "guten" von den "bösen" Artikeln zu unterscheiden, ...hi.

Deine grundsätzliche Frage nach der Tuner-Art beantwortet sich zunächst mal nach der verwendeten Antenne ! Setzt Du eine symmetrische Antenne (Dipol), ein, dann wäre ein symmetrischer Tuner incl. Hühnerleiter die beste Möglichkeit. Der symmetrische Tuner hat dann am EINGANG (!) einen 1:1-Balun, der lediglich die Transformation von SYM auf UNSYM vornimmt, aber an dieser Stelle keine Blindanteile "verarbeiten" muss, da ja bereits angepasste 50 Ohm vorliegen. Damit sind die Gesamtverluste des ganzen Systems am Geringsten ! (weitere Verluste von Rollspulen, offenen nicht genutzten oder kurzgeschlossenen Spulenenden o.ä. natürlich mal nicht angesprochen).

Die meisten marktüblichen Tuner sind aber unsymmetrisch ausgelegt. Meiner Meinung nach einfach, weil damit wohl der grösste Teil des Einsatzbereiches im Mehrbandbetrieb abgedeckt wird. Damit hier zusätzlich auch noch symmetrische Antennen unterstützt werden, wird eben wahlweise am AUSGANG ein Balun (1:1 oder meist 4:1) zugeschaltet.
Bei Singleband-Betrieb oder mit wenig Blindanteilen kein Problem (doch wozu braucht man dann noch einen Tuner ?? ...hi...). Bei Mehrbandbetrieb hat man zwangsläufig Blindanteile zu verarbeiten, und die fließen nun eben voll durch den Balun.

Pulvereisenkerne (T-xxx) stecken das viel besser weg als Ferritringkerne (FT-xxx), die schnell in die Sättigung gehen und damit irreparabel zerstört sind. Pulvereisenkerne "erholen" sich auch nach Erwärmung hingegen wieder.

Ebenso muss man unterscheiden, ob die Kerne als BALUN eingesetzt werden (wo die voll HF DURCHfließt), oder ob sie als Mantelwellensperre eingesetzt werden (wo nur die rücklaufende HF bzw. Ausgleichsströme des Koax-Außenleiters geblockt werden sollen). Bei Mantelwellensperren kann man durchaus die FT-Kerne nehmen, zumal sie ja erfreulicherweise schon eine wesentlich höhere Permeabilität haben.

Bei "zu durchfliessenden" Balunen hingegen kann man die FT-Kerne nur dann einsetzen, wenn entweder nur QRP-Leistungen drüber gehen oder wenn der Kern sehr überdimensioniert verwendet wird (also z.B. einen dicken, grossen FT240-xx).

Ebenso sollte man bevorzugt STROM-Baluns anstelle der oft in den Anpassgeräten eingebauten SPANNUNGS-Baluns verwenden, weil Strombaluns Blindanteile scheinbar wesentlich besser wegstecken sollen und auch besser symmetrieren (gleiche Ströme in den Dipolschenkeln).

Nach meiner eigenen Erfahrung gingen für 4:1-Strom- oder Spannungsbaluns die FT140-77 über die ganze KW sehr gut (mit MFJ-259B + 200 Ohm Widerstand gemessen). Ich habe allerdings bisher hier nur die Leistung meines SGC SG-2020 mit 20W SSB PEP drübergelassen.

Nach meinem "Selbststudium" habe ich dann auch 1:1 und 4:1-Baluns nun mit den T200-2 (rot) gewickelt.

1)
Den 1:1-Balun nach dem Wickelschema von DG0SA (2x bifillar mit 0,75qmm Zwillingslitze). SWR-Verlauf flach bei rd. 1,2:1 von 3 - 30 MHz.

2)
Den 4:1-Balun hingegen nach dem Wickelschema von QRPProject bzw. W1CQ (http://www.qrpproject.de/Media/pdf/Wickelanleitung.pdf) mit 2x T200-2 (rot) und 0,50qmm Zwillingslitze. Denn nur mit diesem Wickelschema konnte ich auch hier einen gleichbleibend flachen SWR-Verlauf von 3 - 30 MHz erzielen. Sicherlich bedingt durch den geringen AL-Wert konnte ich selbst mit 2 gestapelten T200-2 nach dem Wickelschema von DG0SA hier keinen flachen SWR-Verlauf erzielen. 3 Mhz mit rd. 1,7:1, ab ca. 6 MHz dann wieder flach bei 1,2:1 oder besser bis hoch zu 30 MHz.


Das war so in Kürze und ganz unfachmännisch die Quintessenz, die ich aus zahlreichen Artikeln und meinen quick-and-dirty-Messungen zusammentragen konnte. Doch scheinbar hat in diesem Bereich jeder seine eigene Philosophie und Erfahrung. Vielleicht dient es dennoch ein wenig, den Nebel zu lichten !?


73,
Jochen
  • Call: DG2IAQ
  • QTH: JN48jv / nähe Pforzheim
  • DOK: P15 "Mühlacker"
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  • Antennen: (KW) Unterdachdipol 2x 6,50m (Ecoflex-10 Außenleiter), 7,00m SB-Hühnerleiter und SG-239 -- (UKW) Diamond SG-7900 Mobilantenne

DO2KH

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16

Wednesday, September 19th 2007, 2:23pm

Hallo Jochen, Peter,

danke für eure Einschriebe, ich sauge seit Jahren alles, was mit Antenne, Tuner, Koppler zu tun hat in mich auf.
Baue nach, meist im fliegenden Aufbau, auf einem Holzbrett, stelle die Geräte in einem Test gegeneinander. Dazu habe ich mir einige Hilfsmittel nach DJ1UGA aufgebaut.
Ob, T- Pi Glied Tuner, Z-Match die ich an einer G5RV gestestet habe, richtig zufrieden war ich mit den Geräten allerdings nicht.

Erst die Umstellung auf ein rein symmetrisches Antennensystem erbrachte den Erfolg, ich bin ca. 10db lauter auf 80m, auch das 160m Band erschloss sich mir (den Wirkungsgrad stelle ich jedoch noch in Frage). Momentan verwende ich den S-Match von PA0FRI, diesen habe ich einem "richtig" symmetrisch aufgebauten Tuner gegenübergestellt (2x Russenspulen 20µH, 1x Vac C 5-1200 pf umschaltbar auf Ein bzw Ausgang) ich konnte kaum Unterschiede feststellen, der S-Match verliert ein wenig an Symmetrie (Eigenbau Stromzangen zum Anschluss an den Oszi), je höher ich die Bänder wählte, dies konnte ich bei dem „richtig“ symmetrisch aufgebauten Koppler nicht feststellen. Allein aus Platzgründen, die Russenspulen sind sehr gross, habe ich den S-Match in Betrieb, ausserdem, ist wie o. beschrieben der Unterschiede nicht sehr gross. Ich halte nach wie vor den S-Match für eine gut funktionierende Variante.

Aus diesen Erfahrungen heraus, war ich auch ein wenig sprachlos, als ich die Zeilen von Karsten las. Ich werde diese Option aber im Auge behalten und nachbauen, um so ein wenig mehr zu Lernen, Begreifen.

Habt einen schönen Nachmittag,

73 de Karsten
EPC #1357
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17

Wednesday, September 19th 2007, 4:39pm

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Original von DO2KH
Ich möchte Dich bitten, mir das Kernmaterial, sowie Wickeldaten und Drehungsabstände der bifilaren Leitung zukommen zu lassen, ich will Nachbauen/ Messen um zu Verstehen.


Weiter oben im Thread hatte ich einen Link auf meine Galerie im QRP-Forum gesetzt wo Du die Beschreibung ebenfalls findest (das unterstrichene "hier";). Wenn es nicht genau genug ist kannst Du gerne fragen.

Quoted

Hiesse dass, ich könnte den 1:4 ohne weiteres an den eingebauten Tuner meines TRX anschliessen (wenn ich jetzt den Bereich (15-180Ohm) den er anpassen kann vernachlässige ) und wäre ohne weitere Umstände symmetrisch und in Phase? Dann stellt sich mir allerdings die Frage, warum macht man sich so viel Mühe und baut symmetrische Tuner mit erheblichen Aufwand an guten Bauteilen.


Im Grunde möchte ich dies mit Ja beantworten. Einige Hinweise hast Du schon bekommen und ich würde auch sagen, daß es natürlich ein Kompromiß ist. Aber wenn es einigermaßen richtig gemacht ist, ist es auch ein guter Kompromiß. Mir ist es gelungen (zufällig) eine Hühnerleiterlänge zu finden, mit der ich tatsächlich alle Bänder mit meinem ATU anpassen kann. Zur Not müßte man für das eine oder andere Band die HL um 1-2m verlängern. Der KAT100 von Elecraft hat einen recht großen Abstimmbereich und arbeitet als L-Glied.

Ich habe Fotos gemacht von dem Vergleich des Feederstroms zwischen Balun&ATU und dem Annecke Koppler. Wenn Dich die Bilder interessieren, sende ich sie gerne per eMail raus (ca. 2MB). Die Unsymmetrie auf dem Feeder ist mit dem Balun auf einigen Bändern etwas größer als mit dem Annecke, aber auch der ist nicht immer genau symmetrisch, was auch an meiner Antenne liegen kann!

Der reine symmetrische Koppler ist IMO natürlich die elegantere und flexiblere Methode. Dennoch wollte ich den Balun&ATU nicht so verdammt wissen, weil, wenn einigermaßen gut gemacht, das Ergebnis durchaus brauchbar ist und diese Methode auch Vorteile bietet. Je nach Einsatzfall also durchaus eine Alternative ist.

Von DK7ZB gibt es auch einen Artikel dazu (unter "Artikel in Zeitschriften"): http://www.mydarc.de/dk7zb/start1.htm
73
Karsten
DL8LBK

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DO2KH

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18

Wednesday, September 19th 2007, 5:13pm

Hallo Karsten,

Quoted

Original von DL8LBK

Ich habe Fotos gemacht von dem Vergleich des Feederstroms zwischen Balun&ATU und dem Annecke Koppler. Wenn Dich die Bilder interessieren, sende ich sie gerne per eMail raus (ca. 2MB).



vielen Dank für das Angebot die Bilder einsehen zu dürfen, dies nehme ich natürlich an.

Vielen Dank!!! Sehr aufschlussreich.

Einen schönen Feierabend,

73 de Karsten
EPC #1357
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19

Wednesday, September 19th 2007, 5:37pm

Hallo Karsten,

die Bilder sind raus, Du kannst die eMail Adr. wieder löschen.
73
Karsten
DL8LBK

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